Die Museumskonzeption    
     
von

Dr. Marion Harder-Merkelbach,
Überlingen
  Federzeichnung Altarentwurf
     
     
Museumskonzeption   Das Interesse an Joseph Anton Feuchtmayer, seiner Zeit, seinem Leben, seinem Alltag, an der Entstehung seiner Werke veranlasst den Besucher nach einer Besichtigung von Schloss Salem und der Birnau ins Feuchtmayerhaus zu kommen.
     
    Beeindruckt von der Pracht des ehemaligen Zisterzienserklosters und seiner Wallfahrtskirche stehen folgende Fragen im Vordergrund:
  • Wie kommt es zu solch einer Prachtentfaltung?
  • Welcher Zeitgeist, welche Motivation verbirgt sich dahinter?
  • Wie verantwortet der Abt eines Zisterzienserklosters einen solchen Reichtum, in einer Zeit, in der Armut und Tod der Lebensinhalt des größten Teils der Bevölkerung sind?
  • Wie lebt der Bildhauer Joseph Anton Feuchtmayer in dieser Zeit?
  • Wie entstehen seine Werke?
  • Wie sah seine Werkstatt aus, wie wurde sie organisiert?
     
Unteres Tor Schloss Salem   Museumsdidaktik

Ziel des Museumskonzeptes ist es, dem Publikum die Hintergründe zu den Inszenierungen des Rokoko und zu den damals im Bodenseeraum handelnden Persönlichkeiten nahe zu bringen. Joseph Anton Feuchtmayer, sein Leben, sein Schaffen und seine Werkstatt stehen dabei im Vordergrund. Auch das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Umfeld von Anselm II. als "Mäzen" und Auftraggeber des Bildhauers wird in diesem Zusammenhang beleuchtet.

Die Exponate sollen als Zeugen der Ereignisse auftreten. Sie verbergen Botschaften, deren Bedeutung für den Besucher aufgedeckt und von ihm entdeckt werden soll. Aus diesem Grund erzählen die beigefügten Texte nicht Sichtbares nach, sondern entwickeln das Gesehene weiter. Wichtig ist, dass neben den Archivalien eine Umsetzung in hochdeutscher Schreibweise liegt und dass wichtige Passagen markiert sind.

Feuchtmayerhaus

Das Feuchtmayerhaus in Mimmenhausen besitzt selbst die Aura des Vergangenen. Es ist ein Objekt, an dem Geschichte erlebt wird. Das Konzept des Museums sollte daher dem Besucher die Bedeutung des ehemals herrschaftlichen Hauses, welches bis in unser Jahrhundert als das "Haus der Bildhauer" bezeichnet wurde, nahe bringen.

Der Besucher soll Freude beim Lernen haben. Schließlich gehört der Museumsgang zur bildenden Freizeitbeschäftigung.
     
    Unveröffentlichter Textauszug: Mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Marion Harder-Merkelbach